uhlfings-chroniken

Siebter Eintrag – Mord(versuche)

Tag 16-17
Eingetragen am 21 Tag im Phexmond 1043
Zwergenfeste Calbrozim

Bevor wir mit Arbel in die Trinkhalle gehen sollten, schlug Andarion von Neersand auf seine bestimmte Art und Weise vor, erst Armshaus einen Besuch abzustatten, von dessen Kontor im Hafen er irgendwie erfahren hatte. Arbel beschrieb uns den Weg dorthin und wir vertrösteten ihn und seine Einladung auf eine spätere Stunde. Ein Versprechen, das wir nicht würden halten können…

Wir konfrontierten Holdwin Armshaus mit dem Schrieb, den wir bei Prianna Flusswieder gefunden hatten, woraufhin er uns umgehend und hinterhältig mit einem Beutel Lichtnebelsporen angriff! Oder es jedenfalls versuchte, denn bevor er ihn überhaupt werfen konnte, durchbohrte Banuqs Speer gezielt seinen Arm und Armshaus ging selbst in dem gelben Nebel zu Boden.
Nachdem wir ihn auf das Notwendigste versorgt und ihm die Augen verbunden hatten, brachten wir Armshaus mit einer Kutsche in unser Hotel. Andarion von Neersand schickte nach Gandrixa, Ghambirs Tochter, um das weitere Verhör unerkannt mit anzuhören. Hierbei stellte sich heraus, dass Armshaus mit der Beute der Opferschlucht-Piraten Geschäfte machte und den Mordauftrag auf Albrax, Sohn des Agam, Hochkönig, nur weitervermittelt hatte. Dazu nutzte er einen toten Briefkasten bei einer Kaschemme im Hafenviertel, er kannte also weder Auftraggeber noch Hintermänner. Der Auftrag selbst wurde in der Handschrift eines Zwerges verfasst, und auch die Bezahlung in Form der seltsamen Edelsteine war äußerst ungewöhnlich.

Wir ließen Armshaus laufen, in der Hoffnung dass uns das verwundete Lebewesen auf lange Sicht tiefer in seinen Bau zu seinem Rudel führen würde und beratschlagten die nächsten Schritte: Während Banuq, ich und Schabolix, eine bernsteinfarbende Waldschabe aus dem Hafenviertel, den toten Briefkasten beobachten würden, brachten Andarion von Neersand und Agran Eisenbart die Bezahlungs-Steine zur Untersuchung in den Angrosch-Tempel. Die Observation im Hafenviertel führte nichts Neues zu Tage, doch was im Tempel geschah war viel aussagekräftiger:

Hierhin sollte Agran Eisenbart ohnehin geladen werden, denn es fand eine Zeremonie statt, in der er als Erträumer des Steins teilnehmen sollte um Klarheit über die Visionen der Zwerge schaffen. In einer gemeinsamen Schmiedearbeit und dem Deuten des Tempelvorstehers kam heraus, dass nur unser allererster Traum vom Gottvater der Zwerge gesandt worden war. Jeder andere Traum, der uns und viele Zwerge in Calbrozim seitdem ereilte, war losgelöst von Angroschs Willen und von einer anderen Macht geschickt, um Zwietracht zu sähen. Andarion von Neersand meinte sogar, Einfluss-Magie im Wirken wahrzunehmen, deren Ursprung irgendwo nördlich von Calbrozim lag.

In der selben Nacht noch, in der Banuq noch in der Hafengosse auf Lauer, Schabolix im Briefkasten und ich meditierend (und rauchend) im Bett lag, besuchten Agran Eisenbart und Andarion von Neersand nach dem Ritual im Tempel Albrax, Sohn des Agam, Hochkönig, um ihn über alles in Kenntnis zu setzen.

Bevor wir aber am nächsten Morgen, den 21. Tag im Phexmond 1043 BF, entscheiden konnten ob wir nun ohne festes Ziel in den Norden ziehen würden um den Zauberursprung zu suchen oder in Calbrozim weiter dem Häscher von Albrax nachzustellen, orderte man uns in die große Eingangshalle des Hotels. Hier wartete Albrax, Sohn des Agam, Hochkönig, samt Leibwache ohne jede Geheimhaltung auf uns. Man forderte uns ohne Umschweife in die Thronhalle, denn Gatrox, Kommandant der Stadtwache und Sohn des Ghambir, Sohn des Gruin, Graf von Isenhag und Herrscher von Calbrozim, war ermordet worden!

(Es sei noch vermerkt, dass dieser Abend, nachdem wir Armshaus laufen ließen, den Zeitpunkt markierte als Andarion von Neersand begann mir im Austausch gegen das kehlige Rogolan Lesen und Schreiben beizubringen. Mit diesem Wissen würde ich später diese Niederschrift anfertigen, denn die Ereignisse in Calbrozim sollten nur der Auftakt zu noch viel sumuerschütternden Ereignissen sein, von denen die ausgewählte Nachwelt um jeden Preis erfahren müsste.)