Fünfundzwanzigster Eintrag – Der vielarmige Fuchs im Reichsforst
Tag 32 nach Ishlarins Befreiung
Eingetragen am 02 Rondramond 1044
In Angbar
Lang und müßig wären die Erzählungen, wie wir am 2. Rondramond im Jahr 1044 nach Bosparans Fall in den Reichsforst zogen, um eine geschändete Kreatur zu fangen, deren Vorfahren von einem schwarzen Magier namens Algorthon auf das grausamste misshandelt und entstellt worden waren. Dank sei dennoch der hiesigen Jägerin Firna ausgesprochen, die uns mit in das Revier nahm und uns außerdem half, das Wesen mit einem Köder erst benommen zu machen und schließlich zu überwältigen.
Nach dieser Tat war es Banuq, der eine Vision des Fuchskindes empfing. Der Tentakelfuchs wandelte sich darin zu einem Boten Phex', der Banuq höchstselbst auftrug, sich aus dem Drachenpakt mit größter List zu lösen um die Gunst des 9. Götterkindes zu erlangen.
Darauf hin wagte ich es, meine Erkenntnis mit den Himmelssteinen zu teilen; nämlich dass wir mit Morchur im unfreiwilligen Bunde standen und jeder überderische Schmerz, den wir empfingen eigentlich dem Kaiserdrachen golt. Doch durch unseren recht unfreiwilligen Bund war Morchur mit uns geeint und jeder Göttergroll, der ihm golt empfingen auch wir… Ich merkte Widerstand in den Antworten meiner Gefährten und fürchte, dass sie es noch nicht recht wahrhaben wollen. Ich baue auf Banuqs Vision, in dieser Sache an meiner Seite zu stehen.
Als wir den Tentakelfuchs aber schließlich an Nirwulf in Angbar übergaben, damit dieser ihn dem Fürsten schenken konnte um ihn zum Einzug nach Angbar zu überreden, hatte das Tier ganz ähnlich wie in Banuqs Vision die chimärengleichen Fangarme abgeworfen und gläsernes, herrliches Fell überzog die Stellen, die ganz frei von Wunden oder Malen waren. Und noch etwas gab uns das Tier mit seinen klugen, gelben Augen mit in denen mehr schlummerte als der tierische Instinkt: "Er glaubt meine Freiheit genommen zu haben, doch einen Dieb kann man nicht bestehlen." Deswegen übergaben wir das Tier mit gutem Gewissen der Feste. Auch wenn mein letztes Wort hierzu noch nicht gesprochen war. Ich werde es nicht dulden, dass irgendein Fürst Tiere zu seiner Unterhaltung einsperrt und wie einen Dachenschatz hortet. Dies würde nicht mein letzter Besuch in Angbar gewesen sein.