uhlfings-chroniken

Achtzehnter Eintrag – Das Fest der Erneuerung – und des Vergehens

Tage 4-5 nach Ishlarins Befreiung
Eingetragen am 11 Praiosmond 1044
Am Schlund

Wir trafen auf unseren Kampfgefährten Grumosch, der wieder ganz der Alte war, wenn man von den Verbänden und der Krücke absah, die ihn zusammen und aufrecht hielten. Es war ein schönes Wiedersehen. Überhaupt empfand ich den Pilgertag als tröstlich. Mied ich doch sonst große Mengen an Menschen, Zwergen und anderen Völkern mit 2 oder weniger Beinen, war es nun doch ein wohliges Gefühl des Zusammensein und der Hoffnung nach den finsteren Tagen des Purpurwurms. Ich vermute, das was auch der Grund warum die Feierlichkeiten in der Nacht damit endeten, dass ich in Gestalt eines Pferdes mit Agran und Andarion ein Bild an eine Felswand malte… Aber der Reihe nach.

Unsere Besprechung mit den Würdenträgern in Sachen Ishlarin sollten erst zur nächsten Mittagssonne stattfinden, weswegen wir den Tag in den heißen Quellen und der Zeltstadt verbrachten, die rund um das Fest am Schlund wie eine Pilzkolonie aus den Boden schoss. Und was es nicht alles zu entdecken gab: Essens- und Pfeifenstände, Trinkzelte, Künstler und Handwerker. Menschen, Zwerge und sogar Elfen gingen durcheinander. Irgendwann zog ich mich dann jedoch an den Rand der Festlichkeiten an einen alten Steinkreis zurück, der verlassen abseits eines Festplatzes und einem Rondra-Schrein ruhte. Von Geoden wie mein Freund Barlox einer war gab es jedoch keine Spur… Am Rand des Kraters thronte auch noch das Heiligtum, ein kastiger Bau mit einer abschreckenden Speerschleuder auf dem flachen Dach. Dieser blieb uns versperrt und nur ab und an sahen wir den Hochkönig selbst oder den ein oder anderen Priester hervorkommen und kurze Zeit wieder darin verschwinden.

Viel blieb mir ob der gemischten Pfeifen und Biere ohnehin nicht mehr in Erinnerung, doch als in der Nacht die Pforten des Heiligtums geöffnet wurden, zeigte sich ein Bild das ich nie vergessen werde: Ingrascha, die Matriarchin der Brilliantzwerge, führte eine Prozession zu einem Ritualplatz unweit der Hallen, wo die drei Flammen des Erzes aufgestellt wurden, die vor unzähligen Jahren mit vier weiteren ewigen Feuern aus dem Stein Simian geschlagen wurden. Auch die Flamme des Erzes war unter ihnen, die wir bereits aus dem Thronsaal aus Calbrozim kannten.

Hier hörten wir weitere Geschichten über Xenos aus den Flammen, probierten wie erwähnt Braten, Biere und fremdländisches Rauchkraut und spielten Spiele bis wir schließlich das bereits erwähnte Bild malten. So oder ähnlich hat es sich zugetragen und das Fest mit seiner Freude und Leichtigkeit erfüllte unsere Herzen. Um uns herum tobte das Leben. Und dann kam der Tod.

Gerade zum ersten Licht des neuen Tages, an dem wir wieder am Festplatz zusammenkamen um die Vereinigung von Angrosch und Tsa aus dem Zwergenglauben zu feiern, erhob sich der Schatten Ishlarins über uns und erstickte das junge Licht unter seinen Schwingen. Der Purpurwurm und sein Gefolge aus sieben Westwinddrachen spie dunkles Feuer und setzte Zeltstoff, Fleisch und Stein in Brand. Mitten in der fliehenden und sterbenden Menge erhoben sich Riesen aus Stein und Glut in tiefe Schatten gehüllt und zermalmten Leben unter sich.

Uns gelang es zusammen mit dem Hochkönig und seinem Gefolge, die Pilger durch das Chaos ins das Heiligtum zu führen und viele Leben zu retten.

In dem Moment, als sich die steinernen Pforten schlossen und ich sie mit einer Wand aus Dornen verschnürte, griff das Sumus-Kind Angrosch selbst ein und strafte Ishlarins Frevel mit einem Stern, den er vom Himmelszelt warf und den Purpurwurm damit in den Krater schleuderte.

Als wir, von der schieren Macht kurz erblindet und taub auf den Ohren, wieder zu uns kamen befanden wir uns in der dämmrigen Sicherheit des Heiligtums. Doch das sollte nur von kurzer Dauer sein, denn die Erde begann unter uns zu beben, und die Hitze der Lava begann heraufzukochen… Wir saßen in der Falle.